Wie entsteht ein Troyer? – Vom Wollgarn bis zum fertigen Seemannspullover

Wie entsteht ein Troyer? – Vom Wollgarn bis zum fertigen Seemannspullover

Ein Troyer sieht auf den ersten Blick wie ein vergleichsweise schlichtes Kleidungsstück aus: ein warmer Strickpullover mit hohem Kragen und einem kurzen Reißverschluss. Hinter seiner Herstellung steckt jedoch eine ganze Reihe spezialisierter Arbeitsschritte. Vom Garn über die Programmierung der Strickmaschine und das formgerechte Stricken der einzelnen Teile bis zum maschengenauen Ketteln, Einnähen des Reißverschlusses, Dämpfen und zur abschließenden Qualitätskontrolle entsteht ein Troyer Schritt für Schritt.

Bei strickchic in Apolda werden Troyer noch heute in der eigenen Strickerei gefertigt. Dabei treffen moderne Flachstrickmaschinen auf Arbeitsschritte, die Erfahrung und handwerkliches Können erfordern.

Doch wie wird aus Wollgarn eigentlich ein fertiger Troyer?

Was ist ein Troyer?

Ein Troyer ist ein Strickpullover mit einem hohen Kragen, der sich durch einen kurzen Reißverschluss öffnen lässt. Ursprünglich wurde diese Form des Pullovers vor allem von Seeleuten und anderen Menschen getragen, die bei Wind und Wetter im Freien arbeiteten.

Der hohe Kragen schützt Hals und Nacken vor Wind und Kälte. Wird es wärmer, kann der Reißverschluss geöffnet und der Kragen umgelegt werden. Diese Verbindung von Wärme und regulierbarem Kragen gehört bis heute zu den charakteristischen Eigenschaften eines Troyers.

Aus dem traditionellen Arbeits- und Seemannspullover ist inzwischen ein vielseitiges Kleidungsstück geworden. Troyer werden als robuste Freizeitpullover ebenso getragen wie als klassische maritime Strickbekleidung.

Ihre grundsätzliche Konstruktion ist dabei bis heute erstaunlich funktional geblieben.

1. Am Anfang steht die Wolle

Die Herstellung eines Wolltroyers beginnt lange bevor in der Strickerei die erste Masche entsteht.

Die für unsere Troyer verwendete Wolle stammt aus Südamerika. Dort werden Schafe geschoren und die gewonnenen Wollfasern für die weitere Verarbeitung vorbereitet.

Rohwolle kann Verunreinigungen wie Staub, Schmutz und Pflanzenreste enthalten. Sie wird deshalb zunächst gereinigt und anschließend nach verschiedenen Qualitätsmerkmalen sortiert. Dazu gehören unter anderem Feinheit, Länge und Gleichmäßigkeit der Fasern.

Diese Eigenschaften beeinflussen später auch die Eigenschaften des Garns und damit des fertigen Strickstücks.

2. Wie aus Wollfasern ein Garn entsteht

Die gereinigten Wollfasern müssen für die Garnherstellung vorbereitet und geordnet werden. Bei entsprechenden Wollgarnen werden die Fasern gekämmt, sodass sie möglichst parallel zueinander liegen.

Anschließend werden die vorbereiteten Fasern versponnen. Dabei werden viele einzelne Wollfasern miteinander verdreht. Aus den vergleichsweise kurzen Fasern entsteht dadurch ein langer und ausreichend stabiler Faden: das Garn.

Die Eigenschaften dieses Garns haben erheblichen Einfluss auf den späteren Troyer. Fasermaterial, Garnstärke und Garnkonstruktion bestimmen unter anderem Griff, Gewicht und Erscheinungsbild der fertigen Strickware.

Für einen schweren klassischen Troyer wird ein anderes Garn benötigt als für einen feineren Strickpullover.

3. Herkunft der Wolle und Mulesing

Neben den technischen Eigenschaften des Garns spielt auch dessen Herkunft eine Rolle.

Die Wolle für unsere Troyer stammt aus Südamerika. Für unsere Troyer verwenden wir mulesing-freies Wollgarn.

Mulesing ist ein Verfahren, das vor allem aus der australischen Schafhaltung bekannt ist und dort zum Schutz vor einem Befall durch bestimmte Fliegenlarven eingesetzt wird. Da der Eingriff für die Tiere mit Schmerzen verbunden sein kann, verwenden wir für unsere Troyer ausschließlich Wollgarn, das ohne Mulesing erzeugt wurde.

Nach der Verarbeitung der Wolle zum fertigen Garn gelangt dieses auf Spulen in unsere Produktion nach Apolda.

Erst hier beginnt die eigentliche Herstellung des Troyers.

4. Vorbereitung in der Strickerei

Bevor eine Strickmaschine mit der Produktion beginnen kann, müssen Garn, Maschine und Strickprogramm zusammenpassen.

Für jedes Modell wird festgelegt, welches Material, welche Garnstärke und welche Farbe verarbeitet werden. Auch Größe und Form des späteren Strickteils sind Bestandteil des Produktionsprogramms.

Moderne Flachstrickmaschinen arbeiten mit einer großen Zahl einzelner Nadeln. Diese bilden aus dem zugeführten Garn Masche für Masche und Reihe für Reihe eine zusammenhängende textile Fläche.

Anders als bei einem gewebten Stoff kreuzen sich dabei nicht zwei Fadensysteme. Das Gestrick entsteht aus miteinander verbundenen Maschen. Diese Konstruktion verleiht Strickwaren ihre charakteristische Elastizität.

Durch die Programmierung der Maschine lassen sich außerdem unterschiedliche Strukturen erzeugen. Dazu gehören glatte Strickflächen ebenso wie Rippenstrukturen, wie sie beispielsweise beim Kragen eines Troyers eingesetzt werden.

5. Was bedeutet „Fully Fashioned“?

Ein besonders wichtiger Unterschied zu vielen anderen Verfahren der Bekleidungsherstellung ist die Art, wie die einzelnen Teile unserer Troyer entstehen.

Unsere Troyer werden formgerecht gestrickt, international häufig als Fully Fashioned bezeichnet.

Vorderteil, Rückenteil und Ärmel entstehen auf der Strickmaschine bereits weitgehend in ihrer später benötigten Form. Die Konturen werden also während des Strickvorgangs durch Zu- und Abnahmen von Maschen erzeugt.

Das unterscheidet sich grundlegend von einem sogenannten Cut-and-Sew-Verfahren. Dabei wird zunächst eine größere textile Fläche hergestellt, aus der anschließend die benötigten Schnittteile herausgeschnitten werden.

Beim formgerechten Stricken ist dieser Zuschnitt nicht notwendig.

Das hat einen wichtigen Vorteil: Es entsteht praktisch kein Verschnitt von Strickware. Das Garn wird weitgehend nur dort verarbeitet, wo es für das spätere Kleidungsstück tatsächlich benötigt wird.

Fully Fashioned ist deshalb sowohl ein konstruktives als auch ein materialeffizientes Herstellungsverfahren.

Bei Troyern ist diese Herstellungsweise heute keineswegs selbstverständlich. Nach unserer Kenntnis sind wir derzeit der einzige Hersteller in Deutschland, der klassische Troyer konsequent im Fully-Fashioned-Verfahren produziert. Zumindest ist diese aufwendige Art der Herstellung bei Troyern heute sehr ungewöhnlich.

Für uns hat das Verfahren zwei wesentliche Vorteile: Zum einen lassen sich die einzelnen Strickteile sehr präzise in der benötigten Form herstellen. Zum anderen entsteht praktisch kein Verschnitt von Strickware, weil Vorderteil, Rückenteil und Ärmel nicht aus einer größeren gestrickten Fläche herausgeschnitten werden müssen.

6. Welche Einzelteile werden für einen Troyer gestrickt?

Ein klassischer Troyer besteht aus mehreren gestrickten Teilen. Dazu gehören insbesondere:

  • Vorderteil,
  • Rückenteil,
  • zwei Ärmel und
  • der hohe Troyerkragen.

Die Form dieser Teile ist bereits im Strickprogramm hinterlegt.

Am unteren Ende von Vorder- und Rückenteil befindet sich das Rumpfbündchen. Durch seine Strickkonstruktion ist es elastischer und enger als der darüberliegende Rumpf.

Auch die Ärmel erhalten Bündchen. Bei unseren klassischen Troyern sind diese so ausgeführt, dass sie umgeschlagen werden können. Sie sorgen für einen guten Abschluss am Handgelenk und verhindern gleichzeitig, dass kalte Luft ungehindert in den Ärmel gelangt.

7. Der charakteristische Troyerkragen

Der Kragen ist eines der wichtigsten Erkennungsmerkmale eines Troyers.

Bei unseren Troyern wird er als Rippenstruktur gestrickt. Diese Strickart ist besonders elastisch. Der Kragen kann dadurch relativ dicht am Hals anliegen und gleichzeitig bequem geöffnet oder umgelegt werden.

Seine eigentliche Funktion erhält er zusammen mit dem kurzen Reißverschluss.

Bei geschlossenem Reißverschluss entsteht ein hoher, schützender Kragen. Wird der Reißverschluss geöffnet, lässt sich der Halsbereich weiter öffnen. Genau diese einfache Konstruktion ist einer der Gründe dafür, dass sich der Troyer ursprünglich als Kleidungsstück für Seeleute und Arbeiten im Freien bewährt hat.

8. Warum kommen die Strickteile als „Schlange“ aus der Maschine?

Nach dem Stricken liegen Vorderteile, Rückenteile oder Ärmel nicht unbedingt einzeln neben der Maschine.

Mehrere nacheinander produzierte Strickteile können durch einen sogenannten Trennfaden miteinander verbunden sein. Dadurch entsteht eine lange Folge von Strickteilen, die in unserer Produktion anschaulich als „Schlange“ bezeichnet wird.

An den Trennfäden werden die einzelnen Teile anschließend voneinander getrennt.

Nun sind die formgerecht gestrickten Einzelteile vorhanden – ein Pullover ist daraus aber noch nicht entstanden.

Dafür müssen sie in der Konfektion miteinander verbunden werden.

9. Ketteln statt einfach zusammennähen

Dieser Arbeitsschritt gehört zu den besonders anspruchsvollen Teilen der Troyer-Herstellung.

Die einzelnen Strickteile werden bei uns mit einer Kettelmaschine verbunden.

Das Ketteln unterscheidet sich wesentlich vom gewöhnlichen Zusammennähen zweier Stoffteile mit einer Nähmaschine. Bei einer normalen Naht durchsticht die Nadel das Material entlang der jeweiligen Nahtlinie. Die einzelnen Maschen des Gestricks sind dabei nicht das maßgebliche Raster.

Beim Ketteln ist das anders.

Die Maschen der zu verbindenden Strickteile werden Masche für Masche auf die Nadeln beziehungsweise Spitzen der Kettelmaschine aufgestoßen. Anschließend werden die Teile entlang dieser Maschen miteinander verbunden.

Das Ketteln ist damit ein maschengenaues Fügeverfahren für Strickwaren.

Obwohl dafür eine Maschine verwendet wird, ist das Ketteln keineswegs ein automatischer Vorgang. Die Kettlerin muss jede einzelne Masche erkennen und richtig auf die Kettelmaschine aufstoßen. Dafür braucht sie gute Augen, eine ruhige Hand, viel Geschick und Erfahrung. Wird eine Masche übersehen oder falsch aufgenommen, kann die Verbindung fehlerhaft werden.

Gerade bei feinen oder dunklen Strickwaren verlangt diese Arbeit deshalb hohe Konzentration. Die Maschine übernimmt zwar das eigentliche Verbinden der Maschen – das präzise Vorbereiten und Aufstoßen bleibt jedoch eine handwerkliche Tätigkeit.

Das Ergebnis sind saubere Verbindungen, die sich gut in die Struktur der Strickware einfügen. Die Nähte können dadurch flach ausgeführt werden und angenehm am Körper liegen.

10. Wie aus den Einzelteilen ein Pullover wird

In der Konfektion entsteht nun aus Vorderteil, Rückenteil und Ärmeln Schritt für Schritt der eigentliche Troyer.

Zunächst werden Vorder- und Rückenteil im Schulterbereich miteinander verbunden. Danach werden die Ärmel eingesetzt und die Seiten beziehungsweise Ärmel geschlossen.

Auch der Kragen muss mit dem Rumpf verbunden werden.

Obwohl moderne Maschinen einen großen Teil der eigentlichen Strickarbeit übernehmen, zeigt sich gerade in diesen Produktionsschritten, warum die Herstellung hochwertiger Strickwaren nicht allein aus Maschinenarbeit besteht.

Die Flachstrickmaschine produziert die einzelnen Strickteile präzise. Das Ketteln, Konfektionieren und die weiteren Arbeitsschritte erfordern dagegen weiterhin erfahrene Mitarbeiter.

Ein industriell gefertigter Troyer ist damit weder reine Maschinenarbeit noch reine Handarbeit. Moderne Stricktechnik und handwerkliches Können ergänzen sich in der Produktion.

11. Der Reißverschluss macht aus dem Strickpullover einen Troyer

Nun fehlt noch eines der charakteristischen Bauteile: der kurze Reißverschluss am Kragen.

Er wird sorgfältig eingesetzt und eingenäht. Dabei kommt es darauf an, dass beide Seiten gleichmäßig verlaufen und der Reißverschluss gerade sitzt.

Das ist nicht nur eine optische Frage.

Ein schief oder unter Spannung eingesetzter Reißverschluss kann dazu führen, dass sich der Kragen verzieht oder der Verschluss nicht sauber läuft. Strickware und Reißverschluss besitzen zudem unterschiedliche Eigenschaften: Während das Gestrick elastisch ist, verändert ein Reißverschluss seine Länge kaum.

Beides muss deshalb sauber miteinander verbunden werden.

Nach diesem Arbeitsschritt besitzt der Pullover bereits seine typische Troyerform.

12. Warum wird ein Troyer nach dem Stricken gedämpft?

Mit dem Zusammensetzen der Einzelteile ist die Herstellung noch nicht beendet.

Der Troyer wird anschließend gedämpft.

Durch Wärme und Feuchtigkeit kann sich das Gestrick setzen und seine vorgesehene Form annehmen. Das Maschenbild wird gleichmäßiger und die Strickware erhält ihren endgültigen Griff und ihre endgültigen Abmessungen.

Gerade bei Wolle muss dieser Prozess kontrolliert erfolgen. Wolle reagiert empfindlich auf eine ungeeignete Kombination aus Feuchtigkeit, Wärme und mechanischer Bewegung. Eine falsche Behandlung kann zu unerwünschtem Einlaufen oder Verfilzen führen.

Nach dem Dämpfen wird deshalb kontrolliert, ob Rumpf, Ärmel und Kragen die vorgesehenen Maße besitzen und der Troyer seine richtige Form erreicht hat.

13. Die abschließende Qualitätskontrolle

Bevor ein fertiger Troyer unsere Produktion verlassen kann, wird er kontrolliert.

Dabei achten wir unter anderem auf:

  • ein gleichmäßiges Maschenbild,
  • Löcher oder Laufmaschen,
  • sauber ausgeführte Verbindungen und Nähte,
  • lose oder überstehende Fäden,
  • einen korrekt eingesetzten und funktionierenden Reißverschluss,
  • die vorgesehenen Maße und
  • den Gesamteindruck des fertigen Kleidungsstücks.

Kleinere Fehler können teilweise noch nachgearbeitet werden. Erfüllt ein Troyer die Qualitätsanforderungen nicht, wird er nicht regulär ausgeliefert.

Erst nach dieser Kontrolle ist aus dem Wollgarn ein fertiges Kleidungsstück geworden.

Wie lange dauert die Herstellung eines Troyers?

Die Herstellung eines Troyers lässt sich nicht auf den eigentlichen Strickvorgang reduzieren.

Bereits vor der Produktion müssen Garn und Strickprogramm vorbereitet werden. Anschließend werden die einzelnen Teile gestrickt und getrennt. Danach folgen Ketteln, Konfektion, das Einsetzen des Reißverschlusses, Dämpfen und Qualitätskontrolle.

Ein moderner Troyer ist deshalb gleichzeitig Maschinenprodukt und Ergebnis qualifizierter handwerklicher Arbeit.

Die Strickmaschine ermöglicht eine präzise und reproduzierbare Fertigung der einzelnen Teile. Viele der folgenden Arbeitsschritte erfordern jedoch weiterhin Erfahrung, Aufmerksamkeit und textile Fachkenntnis.

Was unterscheidet einen formgerecht gestrickten Troyer von Massenware?

Nicht jeder Strickpullover wird auf dieselbe Weise hergestellt.

Bei anderen Produktionsverfahren können größere Strickflächen hergestellt und die einzelnen Teile anschließend daraus ausgeschnitten werden. Dieses Verfahren ermöglicht eine rationelle Produktion, erzeugt jedoch Verschnitt.

Beim Fully-Fashioned-Verfahren entstehen die benötigten Teile dagegen bereits auf der Maschine in ihrer vorgesehenen Kontur.

Für unsere Produktion in Apolda ist diese Arbeitsweise besonders interessant, weil sie gut zu unserer Ausrichtung passt: hochwertige Strickwaren, spezialisierte Produkte und flexible Produktion auch in kleineren Serien.

Dabei geht es nicht darum, möglichst große Mengen eines möglichst einfachen Kleidungsstücks herzustellen. Entscheidend sind Material, Konstruktion, Verarbeitung und eine reproduzierbare Qualität.

Gerade beim Troyer ist Fully Fashioned nach unserer Erfahrung eine Besonderheit. Nach unserer Kenntnis gibt es derzeit keinen anderen Hersteller in Deutschland, der klassische Troyer auf diese Weise produziert.

Troyer-Herstellung in Apolda

Die Herstellung unserer Troyer findet in Apolda in Thüringen statt.

Das ist auch historisch bemerkenswert. Apolda besitzt eine mehr als 400 Jahre zurückreichende Tradition in der Herstellung von Strick- und Wirkwaren. Aus dem frühen Strumpfstricken entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte eine bedeutende Strickwarenindustrie.

strickchic selbst geht auf eine 1896 von Emil Moths in Apolda gegründete Strickerei zurück. Trotz des weitgehenden Zusammenbruchs der Apoldaer Textilindustrie nach 1990 wurde die industrielle Strickproduktion am Standort fortgeführt.

Heute ist strickchic der letzte verbliebene Betrieb in Apolda, der Strickwaren im industriellen Maßstab produziert. Die Fertigung hat sich dabei von großen Stückzahlen hin zu hochwertigen Strickwaren, Nischenprodukten und flexiblen Kleinserien entwickelt.

Seit 2008 gehören auch klassische Seemannstroyer zur Produktion. Unter der Marke Blauer Peter werden sie heute direkt angeboten.

Damit ist die Herstellung eines Troyers bei uns nicht nur ein Produktionsprozess. Sie ist zugleich Teil einer Stricktradition, die in Apolda seit Jahrhunderten besteht.

Vom Garn zum Troyer: die Herstellung in Kürze

Die einzelnen Produktionsschritte lassen sich so zusammenfassen:

1. Wollgewinnung: Die Schafe werden geschoren und die Wolle wird gereinigt und sortiert.

2. Garnherstellung: Die Wollfasern werden vorbereitet und zu einem stabilen Garn versponnen.

3. Vorbereitung: Garn, Farbe, Größe und Strickprogramm werden für die Produktion festgelegt.

4. Formgerechtes Stricken: Vorderteil, Rückenteil, Ärmel und Kragen entstehen auf Flachstrickmaschinen bereits in ihrer benötigten Form.

5. Trennen: Die durch Trennfäden miteinander verbundenen Strickteile werden voneinander getrennt.

6. Ketteln und Konfektion: Die einzelnen Teile werden maschengenau miteinander verbunden.

7. Reißverschluss: Der charakteristische kurze Reißverschluss wird eingesetzt.

8. Dämpfen: Wärme und Feuchtigkeit bringen das Gestrick in seine endgültige Form.

9. Qualitätskontrolle: Maschenbild, Verarbeitung, Maße und Reißverschluss werden kontrolliert.

Fazit: In einem Troyer steckt mehr Arbeit, als man auf den ersten Blick sieht

Vom Schaf bis zum fertigen Troyer ist es ein langer Weg. Die Wollfasern müssen aufbereitet und versponnen werden, bevor das Garn überhaupt in die Strickerei gelangt. Dort müssen Strickprogramme und Maschinen vorbereitet, einzelne Teile formgerecht gestrickt und anschließend sorgfältig weiterverarbeitet werden.

Besonders das Fully-Fashioned-Stricken und das maschengenaue Ketteln zeigen, dass hochwertige Strickwaren trotz moderner Maschinentechnik weiterhin textile Fachkenntnis und handwerkliches Können erfordern.

Bei unseren Troyern verbindet sich diese Herstellungsweise mit einer besonderen regionalen Geschichte: Sie werden in Apolda gefertigt, einer Stadt mit mehr als 400 Jahren Stricktradition, und in einem Betrieb, dessen eigene Geschichte bis ins Jahr 1896 zurückreicht.

So entsteht aus vielen einzelnen Wollfasern, tausenden Maschen und zahlreichen Arbeitsschritten am Ende ein Kleidungsstück, dessen Grundidee sich seit Generationen bewährt hat: ein warmer, funktionaler und langlebiger Troyer.

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