Der Troyer – Geschichte, Herkunft, Eigenschaften und Bedeutung eines maritimen Kleidungsstücks

Der Troyer – Geschichte, Herkunft, Eigenschaften und Bedeutung eines maritimen Kleidungsstücks

1. Was ist überhaupt ein Troyer?

Ein Troyer ist im klassischen Sinn ein wollener Schlupfpullover mit hohem Kragen, dessen Kragen durch einen kurzen Reißverschluss oder eine vergleichbare Öffnung geöffnet und geschlossen werden kann. Der Duden nennt zwei Bedeutungen: Zum einen bezeichnet er in der Seemannssprache ein wollenes Unterhemd beziehungsweise eine Strickjacke der Matrosen, zum anderen einen grobmaschigen, dickeren Rollkragenpullover, dessen Rollkragen sich mit einem Reißverschluss öffnen und umlegen lässt.

Traditionelle Troyer werden überwiegend aus Wolle gefertigt. Besonders charakteristisch ist eine relativ schwere und dichte Strickware. Die Wolle kann grob oder fein sein, wobei der klassische Seemannstroyer eher zu den schweren Strickpullovern gehört. Heute gibt es daneben Modelle aus Merinowolle, Wollmischungen, Baumwolle, synthetischen Fasern oder Mischgeweben.

Typische Eigenschaften eines klassischen Troyers sind:

  • hoher Steh- oder Rollkragen,
  • kurzer Reißverschluss
  • langärmliger Schnitt,
  • relativ kräftige Strickware,
  • ursprünglich überwiegend Schurwolle,
  • häufig dunkle Farben wie Marineblau,
  • robuste Bündchen an Ärmeln und Saum,
  • eher funktionale als dekorative Gestaltung,
  • Ursprung beziehungsweise starke Verbindung zur Arbeits- und Seemannskleidung.

Der Troyer wird deshalb häufig auch Seemannspullover genannt.

Allerdings ist nicht jeder Seemannspullover automatisch ein Troyer. Historisch gab es zahlreiche verschiedene Arten von Wollpullovern für Fischer und Seeleute. Auch der Begriff „Seemannspullover“ wird heute teilweise sehr weit verwendet. Der Troyer ist vielmehr eine bestimmte Form innerhalb dieser größeren Tradition.

Die Unterschiede zwischen Schurwolle und Merinowolle erklären wir in einem eigenen Materialvergleich.

2. Warum trägt man einen Troyer?

Die Antwort ist eigentlich sehr einfach: weil er wärmt und gleichzeitig praktisch ist.

Auf See sind die Bedingungen für Kleidung besonders anspruchsvoll. Wind kann die gefühlte Temperatur erheblich senken. Feuchtigkeit dringt in die Kleidung ein, und körperliche Arbeit führt gleichzeitig dazu, dass man schnell überhitzt. Ein Kleidungsstück muss deshalb zwei scheinbar gegensätzliche Anforderungen erfüllen: Es soll den Körper warm halten, darf aber bei körperlicher Arbeit nicht völlig unpraktisch werden.

Genau hier kommt der Kragen des Troyers ins Spiel.

Bei geschlossenem Reißverschluss liegt der hohe Kragen eng am Hals. Dadurch wird der Bereich zwischen Oberkörper und Hals vor Wind geschützt. Öffnet man den Reißverschluss, kann Wärme abgegeben werden. Der Träger kann den Pullover somit relativ schnell an die jeweilige Situation anpassen.

Das ist ein ausgesprochen einfaches, aber wirkungsvolles Prinzip.

Ein vollständig geschlossener Rollkragen wäre zwar warm, lässt sich aber nicht so flexibel regulieren. Ein normaler Rundhalspullover lässt sich dagegen nicht in gleichem Maße am Hals schließen. Der Troyer liegt gewissermaßen dazwischen: Er besitzt den Wärmeschutz eines hohen Kragens, lässt sich aber über den Reißverschluss schnell öffnen.

Das erklärt auch, weshalb der Reißverschluss keineswegs nur ein modisches Detail ist. Bei einem traditionellen Troyer erfüllt er eine praktische Aufgabe.

3. Die Bedeutung der Wolle

Die klassische Verbindung des Troyers mit Wolle ist kein Zufall.

Wolle besitzt Eigenschaften, die sie für Bekleidung in kalten und wechselhaften Umgebungen besonders geeignet machen. Wollfasern können Feuchtigkeit aufnehmen, ohne sich unmittelbar so kalt anzufühlen wie manche anderen Materialien. Gleichzeitig kann ein dicht gestricktes Wollgewebe eine große Menge ruhender Luft einschließen. Diese Luftschicht trägt wesentlich zur Wärmeisolierung bei.

Ein schwerer Wollpullover ist außerdem relativ widerstandsfähig. Das war für Arbeitskleidung entscheidend. Ein Kleidungsstück, das auf einem Fischerboot oder an Deck getragen wird, muss deutlich mehr aushalten als ein dünner Modepullover.

Die Wolle bringt zudem eine weitere wichtige Eigenschaft mit: Sie funktioniert auch dann noch als wärmendes Material, wenn sie etwas feucht geworden ist. Das bedeutet nicht, dass nasse Wolle plötzlich vollkommen trocken oder genauso leistungsfähig wie im trockenen Zustand wäre. Es bedeutet vielmehr, dass ihre isolierenden Eigenschaften nicht so vollständig verschwinden wie bei manchen anderen Materialien.

Gerade im maritimen Umfeld ist das wichtig.

4. Der klassische Schnitt

Traditionelle Troyer sind vergleichsweise unkompliziert geschnitten.

Sie bestehen im Wesentlichen aus einem Rumpf, zwei Ärmeln und dem charakteristischen Kragen. Bei hochwertigen Strickmodellen wird Wert darauf gelegt, die einzelnen Partien so zu stricken oder zusammenzufügen, dass eine stabile und bequeme Form entsteht.

Der Rumpf ist häufig relativ gerade geschnitten. Historische und traditionelle Arbeitskleidung war nicht unbedingt auf eine körperbetonte Silhouette ausgelegt. Bewegungsfreiheit war wichtiger als eine modische Betonung der Körperform.

Auch die Ärmel sind traditionell eher praktisch gestaltet. Robuste Bündchen zum Umschlagen sorgen dafür, dass die Ärmel nicht ständig über die Hände rutschen und dass kalte Luft weniger leicht eindringen kann.

Am unteren Rand befindet sich ebenfalls ein Bündchen oder ein entsprechend enger Abschluss.

Viele klassische Troyer besitzen außerdem eine relativ lange Rückenpartie. Das ist bei Arbeitskleidung sinnvoll, weil der Pullover beim Bücken oder Strecken nicht sofort aus der Hose rutscht.

Moderne Modelle können dagegen deutlich körperbetonter geschnitten sein. Manche sind ausdrücklich als Freizeit- oder Modepullover gestaltet. Der historische Grundgedanke bleibt jedoch erkennbar.

5. Die Geschichte des Troyers

Bei der Geschichte des Troyers begegnet man häufig einer vereinfachten Erzählung:

Der Troyer wurde von Seeleuten erfunden, damit sie auf See nicht frieren.

Ganz falsch ist diese Darstellung nicht, aber historisch ist sie zu einfach.

Denn gestrickte Wollpullover für Fischer und Seeleute sind viel älter und vielfältiger als die moderne Bezeichnung „Troyer“. Auf den britischen Inseln und im Nordseeraum entwickelten sich über Jahrhunderte unterschiedliche Formen von Strickkleidung. Das Victoria and Albert Museum führt die Geschichte der sogenannten Ganseys bis ins späte 18. Jahrhundert zurück. Sie wurden von Fischern und Seeleuten getragen und waren eng, hochgeschlossen und aus dicht gestrickter Wolle gefertigt.

Das Metropolitan Museum of Art beschreibt ebenfalls die Fischerpullover der britischen Inseln und der Nordsee als Kleidungsstücke, die etwa ab der Mitte des 18. Jahrhunderts entstanden beziehungsweise sich in dieser Zeit deutlich entwickelten.

Der Troyer gehört also zu einer langen Entwicklung maritimer Strickkleidung, nicht zu einer einzelnen Erfindung an einem bestimmten Tag und an einem bestimmten Ort.

6. Die wichtigsten historischen Punkte

Eine vereinfachte Zeitleiste könnte folgendermaßen aussehen:

Mittelalter:
Ältere deutsche Sprachformen wie treie, troie beziehungsweise mittelniederdeutsch troye stehen im Zusammenhang mit Kleidungsstücken wie Jacke oder Wams.

Frühe Neuzeit:
In europäischen Küstenregionen entwickeln sich vielfältige Strick- und Textiltraditionen.

17. und 18. Jahrhundert:
Auf den Kanalinseln entstehen bedeutende Strickindustrien. Wollwaren werden überregional gehandelt.

18. Jahrhundert:
Ganseys und ähnliche Fischerpullover entwickeln sich zu charakteristischen Kleidungsstücken der Küstenregionen.

19. Jahrhundert:
Industrialisierung und Maschinenstrickerei verändern die Herstellung von Strickkleidung. Gleichzeitig verbreitet sich der Pullover über Arbeits- und Sportkleidung hinaus.

20. Jahrhundert:
Der Pullover wird endgültig Bestandteil der allgemeinen Mode. Maritime Formen bleiben als Arbeits- und Freizeitkleidung erhalten.

Gegenwart:
Der Troyer ist gleichzeitig traditionelle Seemannskleidung, Outdoor-Kleidung und moderner Modeartikel.
 

7. Die Vorläufer: Guernsey und Gansey

Besonders interessant sind die sogenannten Guernseys und Ganseys.

Guernsey bezeichnet traditionell einen schweren Wollpullover, der mit der Kanalinsel Guernsey verbunden ist. Die Geschichte der dortigen Strickwaren reicht weit zurück. Das Victoria and Albert Museum berichtet von Aufzeichnungen über gestrickte Waren von den Kanalinseln bereits aus der elisabethanischen Zeit. Im 17. und 18. Jahrhundert entwickelte sich dort eine bedeutende Heimindustrie für Wollstrümpfe und Westen. Diese Produkte wurden nach England, Frankreich und darüber hinaus exportiert.

Aus diesen regionalen Traditionen entwickelte sich beziehungsweise verbreitete sich der Gansey, ein besonders eng mit Fischern verbundener Pullover.

8. Der Name „Troyer“

Noch interessanter als die Geschichte des Kleidungsstücks ist die Geschichte seines Namens.

Warum heißt ein Seemannspullover eigentlich „Troyer“?

Der Duden führt den Begriff auf ältere deutsche Sprachformen zurück. Genannt werden mittelniederdeutsch troye für „Jacke“ oder „Wams“ sowie mittelhochdeutsch treie beziehungsweise troie. Gleichzeitig wird eine mögliche Verbindung zur französischen Stadt Troyes genannt.

Damit ist bereits klar: Der Name hat wahrscheinlich nichts mit dem antiken Troja zu tun.

Das ist ein wichtiger Punkt, denn aufgrund der Schreibweise „Troyer“ könnte man spontan an Troja denken. Sprachgeschichtlich ist das aber keine überzeugende Erklärung.

Die ältere Bedeutung des Wortfeldes lag vielmehr bei Kleidungsstücken wie Jacke, Wams oder Unterjacke.

Der Begriff hat also wahrscheinlich eine wesentlich ältere Geschichte als das heutige Kleidungsstück.

9. Der Troyer im Vergleich zu anderen Pullovern

 

Troyer

Islandpullover

Norwegerpullover

Herkunft

Nord-/Mitteleuropa

Island

Norwegen

Kragen

Hochstehender Kragen

Meist Rundhals

Meist Rundhals

Verschluss

Reißverschluss oder Knopfleiste

Meist keiner

Meist keiner

Muster

Meist schlicht oder Strukturstrick

Geometrische Muster

Mehrfarbige, geometrische Muster

Material

Merinowolle, Schurwolle

Isländische Schafwolle

Schurwolle

Strick

Dicht und robust

Mehrfarbiger Musterstrick

Mehrfarbiger Musterstrick

Gewicht

schwer

leicht

leichter

 

10. Die typische Schwere eines Troyers

Wer einen klassischen Wolltroyer zum ersten Mal in der Hand hält, bemerkt häufig sein Gewicht.

Das ist kein Zufall.

Ein schwerer Pullover enthält deutlich mehr Material als ein dünner Feinstrickpullover. Dadurch entsteht eine dickere isolierende Schicht.

Traditionelle Seemannspullover können sehr kräftig gestrickt sein. Moderne Modelle reichen dagegen von leichten Feinstrickvarianten bis zu extrem schweren Outdoor-Troyern.

11. Der Kragen – das wichtigste Erkennungsmerkmal

Wenn man einen klassischen Troyer beschreiben müsste, wäre der Kragen wahrscheinlich das wichtigste Merkmal.

Er ist hoch geschnitten und kann den Hals weitgehend bedecken. Bei geschlossenem Reißverschluss erinnert er an einen Rollkragen. Öffnet man den Reißverschluss, entsteht dagegen ein umgelegter oder offener Stehkragen.

Diese Konstruktion ist ein gutes Beispiel für die Verbindung von Funktion und Form.

Der Kragen erfüllt mehrere Aufgaben:

  1. Er schützt den Hals vor Wind.
  2. Er hält die Körperwärme besser zurück.
  3. Er lässt sich schnell öffnen.
  4. Er gibt dem Pullover seine typische Silhouette.
  5. Er unterscheidet den Troyer von vielen anderen Strickpullovern.

Der Kragen ist deshalb nicht nur ein dekoratives Erkennungszeichen. Er ist der Teil des Kleidungsstücks, an dem sich die praktische Herkunft besonders deutlich erkennen lässt.

Im heutigen Sprachgebrauch wird die entsprechende Form teilweise als Zipkragen, Half-Zip oder Quarter-Zip bezeichnet. Das moderne Modevokabular kann damit Kleidungsstücke meinen, die dem Troyer äußerlich ähneln, aber mit der historischen Seemannskleidung nicht unbedingt viel gemeinsam haben.

Ein dünner Sportpullover aus Polyester mit kurzem Reißverschluss kann beispielsweise einen Zipkragen besitzen, ohne deshalb ein klassischer Troyer zu sein.

12. Die Bedeutung des Reißverschlusses

Der kurze Reißverschluss ist eines der auffälligsten modernen Merkmale des Troyers.

Dabei sollte man zwischen der historischen Tradition des Seemannspullovers und der heute typischen Troyer-Konstruktion unterscheiden.

Viele traditionelle Fischerpullover, insbesondere ältere Ganseys, hatten nicht den heute typischen Reißverschluss. Sie wurden als hochgeschlossene Schlupfpullover konstruiert.

Der Reißverschluss wurde beim Troyer zum charakteristischen funktionalen Element.

Sein Vorteil ist offensichtlich: Der Pullover kann über den Kopf gezogen werden, während der Kragen anschließend weit geöffnet werden kann.

Das erleichtert das An- und Ausziehen und ermöglicht gleichzeitig eine gute Belüftung.

Der Reißverschluss ist damit ein schönes Beispiel dafür, wie sich ein Kleidungsstück technisch weiterentwickelt, ohne seine Grundidee zu verlieren.

13. Warum sind Troyer häufig dunkelblau?

Wer an einen traditionellen Troyer denkt, stellt sich wahrscheinlich zuerst einen dunkelblauen oder marineblauen Pullover vor.

Diese Farbe passt hervorragend zur maritimen Tradition. Dunkle Wollkleidung war bei Arbeitskleidung praktisch, unempfindlich und optisch relativ neutral. Marineblau wurde außerdem im Zusammenhang mit Seefahrt und Uniformen zu einer besonders stark aufgeladenen Farbe.

Allerdings sollte man daraus keine zu starre historische Regel machen.

Nicht jeder historische Seemannspullover war dunkelblau, und nicht jeder moderne Troyer muss marineblau sein. Auch Grau, Naturweiß, Schwarz, Oliv, Rot oder andere Farbtöne kommen vor.

14. Warum der Troyer zeitlos wirkt

Der Troyer besitzt eine einfache geometrische Form.

Sein Erscheinungsbild wird von wenigen Elementen bestimmt:

  • Rumpf,
  • Ärmel,
  • Kragen,
  • Reißverschluss,
  • Bündchen.

Es gibt keine auffälligen modischen Details, die ihn eindeutig einer bestimmten Epoche zuordnen.

Deshalb kann ein Troyer aus den 1970er-Jahren noch heute relativ modern wirken.

Das ist bei vielen Kleidungsstücken anders. Manche Moden sind so stark an eine bestimmte Zeit gebunden, dass man ihr Alter sofort erkennt.

Der Troyer dagegen hat eine Art funktionale Zeitlosigkeit.

15. Reparatur statt Wegwerfen

Ein besonders interessantes Merkmal traditioneller Wollkleidung ist ihre Reparierbarkeit.

Ein beschädigtes Bündchen kann erneuert werden. Kleine Löcher lassen sich stopfen. Beschädigte Stellen können teilweise nachgestrickt werden.

Gerade bei alten Fischerpullovern war das wichtig.

Arbeitskleidung wurde nicht einfach ersetzt, weil eine Naht oder ein Ärmel beschädigt war.

Sie wurde repariert.

Auch heute kann ein hochwertiger Troyer durch Reparatur viele Jahre länger genutzt werden.

16. Der Troyer als Unisex-Kleidungsstück

Historisch wurde der Troyer stark mit männlichen Seeleuten verbunden. Heute ist das nicht mehr zwingend. Troyer werden in vielen Schnitten für unterschiedliche Körperformen angeboten.

Das Kleidungsstück selbst besitzt keine Eigenschaft, die es grundsätzlich auf ein Geschlecht beschränkt. Die klassische Form ist ohnehin relativ schlicht. Dadurch eignet sie sich hervorragend für eine moderne, geschlechtsunabhängige Freizeitkleidung.

Auch das zeigt, wie weit sich der Troyer von seiner ursprünglichen sozialen Funktion entfernt hat.

17. Die Zukunft des Troyers

Es ist wahrscheinlich, dass der Troyer auch in Zukunft erhalten bleibt.

Dafür gibt es mehrere Gründe:

  • Er ist funktional.
  • Er ist leicht zu erkennen.
  • Er ist modisch flexibel.
  • Er besitzt eine starke kulturelle Geschichte.
  • Und er lässt sich aus sehr unterschiedlichen Materialien herstellen.

Vielleicht wird der klassische schwere Wolltroyer irgendwann wieder stärker als nachhaltige Alternative zu kurzlebiger Mode wahrgenommen.

Vielleicht wird der moderne Half-Zip-Pullover die traditionelle Form weiter verändern.

Beides ist möglich.

Die Grundform wird jedoch wahrscheinlich bestehen bleiben.

Wie die einzelnen Arbeitsschritte vom Wollgarn bis zum fertigen Pullover ineinandergreifen, zeigt die Herstellung eines Troyers. Die heutige Produktion unserer Troyer ist eng mit der langen Stricktradition des Standorts verbunden. Mehr über die Geschichte der Strickwarenindustrie in Apolda erfahren Sie in unserem Logbuch.

18. Fazit

Der Troyer wirkt auf den ersten Blick wie ein einfacher Pullover. Doch hinter seinem charakteristischen hohen Kragen, dem kurzen Reißverschluss und dem robusten Gestrick steckt eine lange Geschichte.

Er steht in der Tradition maritimer Wollkleidung, wie sie sich in den Küstenregionen Europas entwickelte. Fischer und Seeleute benötigten warme, strapazierfähige Kleidung, die sie vor Wind und Kälte schützte. Der Troyer ist dabei nicht mit historischen Ganseys oder Guernseys gleichzusetzen, sondern entwickelte sich später als eigene Form aus dieser funktionalen Bekleidungstradition.

Auch der Name „Troyer“ hat eine interessante Geschichte. Nach der im Duden angegebenen Herleitung geht er auf ältere Bezeichnungen wie troye und treie/troie für Jacke oder Wams zurück. Eine Verbindung zum antiken Troja besteht dagegen wahrscheinlich nicht.

Im Laufe des 20. Jahrhunderts entwickelte sich der Troyer vom praktischen Arbeitskleidungsstück zu einem beliebten Freizeit-, Outdoor- und Modeartikel. Seine maritime Herkunft ist dennoch bis heute erkennbar und verbindet ihn mit Seefahrt, Fischerei und Küstenkultur.

Seine zeitlose Wirkung liegt vor allem in seiner Funktionalität: Der hohe Kragen schützt, die Wolle wärmt, der Reißverschluss ermöglicht Belüftung und das robuste Gestrick sorgt für Haltbarkeit.

Damit ist der Troyer mehr als nur ein Pullover. Er verbindet Tradition, Handwerk, Funktion und maritime Kultur und hat sich gerade deshalb bis heute als zeitloses Kleidungsstück erhalten.

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